Page 51 - KANADA Magazin 2024
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rin der Polarregion malte sich eines Es erinnert an die berüchtigten Resi-
Tages einen Eisbären an ihr Garagen- dential Schools ebenso wie an die
tor. Den Nachbarn gefiel das und sie schrecklichen Genozide des 20. Jahr-
fragten Kal, ob sie auch ihre Türen hunderts.
verschönern würde. „Gerne, solange Weiter geht es zur „Winnipeg
es sich um arktische Motive handelt. Art Gallery“ mit ihrer neuen Erwei-
Ansonsten kostet es 10.000 Dollar“, terung namens Qaumajuq: die welt-
sagte die Künstlerin im Scherz. Trotz- weit größte öffentliche Sammlung
dem entschieden sich die Nachbarn zeitgenössischer und traditioneller
sicherheitshalber für Polarfüchse, Inuit-Kunst mit mehr als 14.000
Eisbären und Robben, an denen man Exponaten. Wer sich Zeit nimmt für
jetzt vorbeispaziert. die Skulpturen, Drucke, Keramiken,
Textilien und Artefakte, bekommt
Treffpunkt am Fluss einen Eindruck von der großen Viel-
Die Fahrt endet bei „The Forks“, dem falt der indigenen Kunstszene.
Dreh- und Angelpunkt der Stadt, Etwas weiter vom Zentrum ent-
benannt nach dem Zusammenfluss fernt befindet sich der Assiniboine
des Red mit dem Assiniboine River. Park, beliebtes Naherholungsgebiet
Bereits vor 6.000 Jahren versammel- auf 450 Hektar. Kürzlich wurde mit
ten sich die Ureinwohner an diesem dem „Diversity Garden“ die letzte
Ort, um Feste zu feiern und zu han- große Sanierungsphase des Parks
deln. Wer Glück hat, kann dort auch abgeschlossen, zu dem auch „The
heute noch ein Powwow erleben, Leaf“ gehört – ein Areal mit Indoor-
bei dem die First Nations zum hyp- Gärten mit mediterranen und tro-
notisierenden Takt ihrer Trommeln pischen Gewächsen und einem
Tänze aufführen. Schmetterlingshaus. Es gilt als Kana-
Hungrig geworden? Kein Pro- das bedeutendstes Gartenbauprojekt
blem, in den historisch-stylishen der vergangenen 25 Jahre.
Gebäuden von „The Forks Market“ Nach so viel Kultur und Kulinarik
werden Foodies glücklich, ob sie nun weiß man, dass die Prärieprovinz viel
auf Pizza, auf Sushi oder gehobene mehr kann als Eisbären – und kann
Küche stehen. Die meisten „Pegger“, dem Ruf der Wildnis in den ark-
wie sich die Locals selbst nennen, tischen Norden folgen. |
schnappen sich zu ihrem Snack ein
frisch gezapftes Bier und schlendern
damit zu den Parkanlagen am Fluss, INFORMATIONEN
wo sie es sich bei Straßenmusik gut Manitoba
gehen lassen.
Gut essen kann man auch im MANITOBA
Exchange District, der mit seiner
hohen Dichte an Industriebauten
der Jahrhundertwende einzigartig KANADA
in Nordamerika ist: Damals hatte Churchill
mit dem Grain Exchange die größte Winnipeg
Getreidebörse des Landes ihren Sitz
in Winnipeg. Renommierte Archi-
tekten schufen Gebäude im New- Travel Manitoba,
York-Style, in denen heute Bou- travelmanitoba.com
tiquen, Galerien und Restaurants Tourism Winnipeg,
residieren. tourismwinnipeg.com
Unbedingt sehenswert sind auch Reisen zu Eisbär-Safaris rund um
die zwei bedeutendsten Museen der Churchill veranstalten Frontiers
Stadt, angefangen beim „Canadian North Adventures (frontiers
Museum for Human Rights“, einem north.com), Lazy Bear Expeditions
architektonischen Juwel, das sogar (lazybearlodge.com) und Churchill
die Zehn-Dollar-Note Kanadas ziert. Wild (churchillwild.com)